Vokal- und Orgelmusik der Renaissance | Orlando di Lasso: Lagrime WDR Rundfunkchor | Ltg. Philipp Ahmann | Giovanni Solinas, Orgel
Vokalmusik der Renaissance
Orlando di Lasso: Lagrime di San Pietro
Girolamo Frescobaldi: Orgelwerke
Giovanni Solinas, Orgel
WDR Rundfunkchor
Ltg. Philipp Ahmann
Voller Zahlensymbolik stecken Orlando di Lassos "Lagrime di San Pietro": In drei mal sieben Phasen der Trauer und mit einem siebenstimmigen Chor lässt er den reumütigen Petrus Abbitte für den Verrat an Jesus leisten. Die textliche Grundlage bilden zwanzig der mehr als tausend Strophen langen lyrischen Verarbeitung der biblischen Szene durch den italienischen Dichter Luigi Tansillo.
Die spirituelle Intensität dieses Meisterwerks spiegelt sich auch in den Orgelwerken Girolamo Frescobaldis wider. Seine Toccaten und Canzonen – voll Raffinement, Fantasie und innerer Sammlung – schaffen einen Dialog zwischen Vokal- und Instrumentalmusik und eröffnen neue Perspektiven auf die Klangwelt der italienischen Renaissance und des Frühbarocks.
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DER WDR RUNDFUNKCHOR
Foto: © Ben Knabe/WDR
Der WDR Rundfunkchor ist ein herausragendes Profi-Ensemble: weltweit gefragt, in Nordrhein-Westfalen präsent und mit Köln beheimatet. Seine Spezialisierung liegt auf anspruchsvollen Chorwerken von der Musik des Mittelalters bis hin zu zeitgenössischen Kompositionen. Neben A-cappella-Werken führen die Sängerinnen und Sänger regelmäßig groß besetzte chorsinfonische Werke, Filmmusik oder Opern auf. Zusammen mit den Ensembles des WDR – WDR Sinfonieorchester, WDR Funkhausorchester und WDR Big Band – ist der WDR Rundfunkchor regelmäßig auf dem Konzertpodium zu erleben.
Auch bedeutende nationale und internationale Orchester laden den WDR Rundfunkchor zur Zusammenarbeit ein, darunter das NDR Elbphilharmonie Orchester, die Bamberger Symphoniker, die Berliner und Wiener Philharmoniker, das Beethoven Orchester Bonn, das Gürzenich-Orchester Köln, das Kölner Kammerorchester oder die Hong Kong Sinfonietta. Auftritte bei den Berliner und Wiener Festwochen, dem Schleswig-Holstein Musik Festival, dem Lucerne Festival, den Salzburger Festspielen, der Biennale Venedig und den BBC Proms in London bestätigen seinen künstlerischen Rang.
Fast 200 Erst- und Uraufführungen verzeichnet der Chor bisher, darunter Kompositionen von Schönberg, Henze, Stockhausen, Nono, Boulez, Penderecki, Xenakis, Berio oder Mundry. Neben durchaus außergewöhnlichen Kooperationen, wie etwa 2014 Adriana Hölszkys Uraufführung "Deep Field" mit Martin Schläpfers Ballett-Company an der Deutschen Oper am Rhein gastiert das Ensemble regelmäßig bei Festivals zeitgenössischer Musik wie dem Acht Brücken Festival in Köln oder dem Festival Now in Essen.
Mit verschiedenen Initiativen schlägt der WDR Rundfunkchor eine Brücke zu den zahlreichen Amateursängerinnen und –sängern. In großen Mitsingkonzerten, wie zuletzt bei Haydns „Schöpfung“ oder Mendelssohns „Lobgesang“ unter Leitung von Simon Halsey, oder ungewöhnlichen Gemeinschaftsprojekten mit Jugend- und Laienchören, beispielsweise bei Taveners „The Veil of the Temple“, können Amateure unter professionellen Arbeitsbedingungen proben und singen.
Ein Herzensanliegen sind dem WDR Rundfunkchor auch Familienkonzerte und Projekte mit Kindern, so die „Kommissar Krächz“-Konzerte, „Das Konzert mit dem Elefanten“ oder „Das Konzert mit der Maus“. Mit der kostenlosen »WDR Rundfunkchor Sing Along App«, die 2022 entwickelt wurde und ständig erweitert wird, können alle, die gerne singen, mit dem WDR Rundfunkchor Chorstücke verschiedener Genres und in verschiedenen Schwierigkeitsstufen einüben und sich von den Stimmprofis zu Körper- und Stimmübungen anleiten lassen.
Schließlich engagiert sich der WDR Rundfunkchor auch für den professionellen Nachwuchs: In der 2015 gegründeten Chorakademie werden junge Sängerinnen und Sänger an der Schnittstelle von Studium und Berufseinstieg im Chorgesang ausgebildet.
Seit Beginn der Spielzeit 2020/2021 ist Nicolas Fink Chefdirigent des WDR Rundfunkchores, seit der Saison 2023/2024 Simon Halsey Erster Gastdirigent. Designierter Chefdirigent ab der Saison 2025/26 ist Philipp Ahmann, der dem Chor schon seit einigen Jahren als Gastdirigent verbunden ist.
Philipp Ahmann, Dirigent
Foto: © Danny Wandelt
Seit der Saison 2025/26 ist Philipp Ahmann Chefdirigent des WDR Rundfunkchors Köln, mit dem ihn bereits eine langjährige Partnerschaft verbindet. Von 2008 bis 2018 war er Chefdirigent des heutigen NDR Vokalensembles in Hamburg und von 2020 bis 2025 Chefdirigent des MDR Rundfunkchores Leipzig, bei dem er zuvor schon von 2013 bis 2016 als erster Gastdirigent tätig war. Zudem leitete er renommierte Klangkörper der Alten Musik wie die Akademie für Alte Musik Berlin, B’Rock, Bell’arte Salzburg, Concerto con Anima, Concerto Köln, Le Concert Lorrain, das Elbipolis Barockorchester Hamburg, das Leipziger Barockorchester, Holland Baroque und die Nederlandse Bachvereniging, Spezialensembles der Neuen Musik wie das Raschèr Saxophone Quartet, das Ensemble Resonanz und das Fabergé-Quintett, das Gürzenich-Orchester Köln, das MDR-Sinfonieorchester und die NDR Radiophilharmonie sowie den Rundfunkchor Berlin, den Niederländischen Rundfunkchor, das SWR Vokalensemble und den RIAS Kammerchor. Produktionen mit der Bigband »Spielvereinigung Sued«, der NDR Bigband und NDR Brass unterstreichen seine Vielseitigkeit. Die genreübergreifende Produktion „A KIND OF…CHORAL MUSIC“ mit dem MDR Rundfunkchor und den Jazztagen Leipzig wurde mit dem Deutschen Jazzpreis 2024 ausgezeichnet.
Neben der Erarbeitung der A-cappella-Literatur aller Epochen hat Philipp Ahmann sich auch einen Namen mit Interpretationen oratorischer Werke gemacht. Sein Repertoire umfasst neben Werken des Barock, darunter zahlreiche Werke von Bach, Händel und Telemann sowie Werke des französischen, italienischen und des Salzburger Barock, zudem Schlüsselwerke der Wiener Klassik und der Romantik wie Haydns „Die Jahreszeiten“, Mendelssohns „Paulus“ und „Elias“, Mozarts „Requiem“, Schuberts "Messe in Es" und „L’enfance du Christ“ von Berlioz sowie darüber hinaus eine Vielzahl an Werken der Moderne. 2019 debütierte er mit großem Erfolg am Teatro Municipal de Santiago de Chile mit einer Opernproduktion von Händels „Rodelinda“.
Er war zu Gast bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musikfestival, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern und den Händel-Festspielen in Göttingen und in Halle.
Zahlreiche CD-Veröffentlichungen mit dem MDR Rundfunkchor und dem NDR Chor fanden bei der Kritik begeisterten Anklang und wurden mehrfach für den OPUS-Klassik nominiert.
Philipp Ahmann wurde 1974 geboren und studierte in Köln Dirigieren bei Marcus Creed. Weitere Impulse erhielt er durch Frieder Bernius, Peter Neumann und Robin Gritton sowie durch seine Arbeit für so renommierte Orchesterdirigenten wie Gerd Albrecht, Alain Altinoglu, Semyon Bychkov, Dennis Russell Davies, Christoph von Dohnányi, Peter Eötvös, Christoph Eschenbach, Alan Gilbert, Thomas Hengelbrock, Heinz Holliger, Marek Janowski, Wladimir Jurowski, Andrew Manze, Kent Nagano, Andris Nelsons, Andrés Orozco-Estrada, Jukka-Pekka Saraste, Christian Thielemann und Lothar Zagrosek.
2025 wurde Philipp Ahmann von der Hochschule für Musik und Tanz Köln zum Professor für Chordirigieren berufen.

Giovanni Solinas, Organist
Foto: Apostolos Stilos
Giovanni Solinas ist ein Musiker, dessen Karriere einen strengen Studienweg, internationale Erfahrungen und ein unermüdliches Engagement für die kulturelle Förderung umfasst. Geboren im Jahr 1986 in Alghero, Sardinien, begann er seine musikalische Ausbildung am Konservatorium von Sassari, wo er Klavier bei Stefano Curto sowie Orgel und Orgelkomposition bei Adriano Falcioni studierte. Bereits während seines Studiums übernahm er das Amt des Domorganisten in der Kathedrale Santa Maria in Alghero. Seit 2015 ist er Kantor der Pfarrei St. Cornelius und Peter in Viersen-Dülken. Seine Ausbildung wurde durch zahlreiche Masterclasses mit renommierten internationalen Lehrern wie Aldo Ciccolini, Andrea Lucchesini, Benedetto Lupo, Klemens Schnorr, Montserrat Torrent, Enrico Viccardi, Emanuele Vianelli und Jennifer Bate weiter bereichert. Anschließend setzte er seine Studien fort und vertiefte sein Wissen am Conservatoire Supérieur in Genf bei Alessio Corti, wo er 2014 das erste Masterexamen im Fach Konzertspiel absolvierte, und schloss 2015 das zweite Masterexamen am Conservatorio „Luigi Canepa“ mit Auszeichnung ab. Danach besuchte er einen Masterstudiengang in Katholischer Kirchenmusik mit Schwerpunkt Vokal/ Ensemble an der Robert Schumann Musikhochschule in Düsseldorf, den er mit der Note „sehr gut“ beendete.
Seine Konzerttätigkeit führte ihn auf die Bühnen zahlreicher prestigeträchtiger Festivals und international renommierter Veranstaltungsorte. So trat er beispielsweise beim „Fête de la Musique“ in Genf, beim „Europäischen Orgelfestival“ in Ottobeuren, bei den „Winterlichen Orgelkonzerten“ in Düsseldorf, beim „Festival Organistico Internazionale Gaetano Callido“ in Venedig sowie bei den „Vespri d’Organo“ im Mailänder Dom auf.
Darüber hinaus erweiterte er seinen Wirkungskreis durch Auftritte in den USA – unter anderem in New York, Dallas, Boston und Hartford. Seine Leidenschaft für das sinfonische Repertoire führte zu Kooperationen mit den Orchestern der Musikhochschulen von Sassari und Cagliari sowie mit dem Orchester Niederrheinische Sinfoniker und dem Sardinia Academy Orchestra. Parallel zu seinen Auftritten übernahm Giovanni Solinas auch bedeutende künstlerische und produktive Leitungsfunktionen. Von 2011 bis 2015 war er künstlerischer Leiter des „Sardinia Organ Fest“, einem internationalen Event, das von der Accademia Organistica Sarda organisiert wurde, und im März 2019 wurde er zum künstlerischen Leiter des renommierten Tonträger-Labels Motette-Psallite ernannt. Im Jahr 2016 veröffentlichte er seine erste CD, auf der die vollständige Aufnahme der Mendelssohn-Sonaten (Op. 65) auf der historischen Woehl-Orgel in St. Remigius in Viersen zu hören ist, und produzierte den Dokumentarfilm „Die Königin der Orgel“ über das Leben von Montserrat Torrent Serra, der ältesten Konzertorganistin der Welt.Ergänzend dazu hat er eine Doppel-CD aufgenommen, die an der Orgel der Kirche St. Cornelius in Viersen-Dülken produziert wurde (2024), sowie eine weitere CD, die an der Orgel der Kathedrale von Alghero entstanden ist, Maria gewidmet und im Rahmen des Jubeljahres 2025 erschienen ist (2025).
Auch in seinen künstlerischen Kollaborationen spiegelt sich seine Originalität und Innovationskraft wider: So tritt er regelmäßig mit dem Vagues Saxophon-Quartett aus Mailand auf, mit dem er das Programm „Vagues Organ Project“ präsentiert, und arbeitet in einem Trio mit der Sopranistin Ines Vinkelau und dem Trompeter Claudio del Popolo zusammen. Besonderes Augenmerk legt er auf die musikalische Bildung, indem er ein organistisches Projekt für Kinder organisiert, das jährlich bis zu 600 junge Teilnehmer anzieht und so sein Engagement für die Förderung der nächsten Generation unterstreicht.
Während der Pandemie gründete er das Ensemble „Pandemia Singers“, um die musikalische Tradition in den liturgischen Kontexten der Pfarrei St. Cornelius und St. Peter in Viersen/Dülken aufrechtzuerhalten, wo er derzeit als Kantor und Organist tätig ist. Sein starkes soziales Engagement zeigte sich auch im August 2022, als er zusammen mit seinem Kollegen Harald Hüller und einer Delegation von Pilgern eine 1700 Kilometer lange Radtour durch Deutschland, die Schweiz und Italien unternahm – mit dem Ziel, an der Orgel der Vatikanischen Basilika in Rom anzukommen. Dieses Projekt „Fietsen für Frieden, Orgelreise Années de Pèlerinage“ wurde unter anderem vom Goethe-Institut unterstützt.
Seit 2023 engagiert er sich als erster Vorsitzender des neu gegründeten Vereins „Kultur Centrum Niederrhein e.V.“, der monatliche Konzerte, Vorträge und Ausstellungen organisiert und dabei den kulturellen Schatz der Region fördert sowie jungen Talenten den Weg ebnet. Die Karriere von Giovanni Solinas, die Tradition, Innovation und ein tiefes Verantwortungsbewusstsein für kulturelle Werte vereint, macht ihn zu einer herausragenden Persönlichkeit in der internationalen Musikszene und zu einer Quelle der Inspiration für Künstler und Musikliebhaber weltweit.